Fünf Jahre nachdem ich als Siebtklässlerin bei der Tour de Lauro mitgefahren war, wollte ich nun die Perspektive der Tour-Begleiter erleben. So habe ich in der 12. Klasse ein zweites mal an der Tour de Lauro teilgenommen, diesmal als Begleiterin. Oft haben mich die SchülerInnen an mich selbst als Siebtklässlerin erinnert. Damals in der 7. Klasse weckte die Teilnahme an der Tour de Lauro meine Freude am Radsport.
Jedes Jahr in den Pfingstferien brechen Schüler beider siebten Klassen zum großen Abenteuer der Tour de Lauro auf, einer Radtour von Überlingen, über die Alpen, durch Italien, bis zum kleiner Ort Lauro 70 km nördlich von Neapel. In Tagesetappen von 80 km bis 170 km fahren die Schüler auf guten Rennrädern und ohne Gepäck in zwei Wochen in kleinen Gruppen von sechs bis sieben Schülern mit jeweils zwei erwachsenen Begleitern. Zunächst geht es den Rhein hoch, durch die beeindruckende Schlucht der Via Mala zum Splügenpass. Jeder Schüler aus den siebten Klassen darf mitfahren, unabhängig von Kraft oder Kondition oder Radfahrübung. Dafür wird zwischen Ostern und Pfingsten hart trainiert: Jeder Schüler muss in vier Wochen mindestens 1.000 km auf dem Rad absolvieren, davon einen großen Teil in der Gruppe. Das Fahren in der Gruppe auf belebten Straßen wie auch das Bergfahren wird geübt: Einerreihe, Zweierreihe, Kommandos zum sicheren Fahren in der Gruppe - all dies muss gut gekonnt werden, bevor die Tour beginnt.
Als Siebtklässlerin habe ich das erste mal an der Tour de Lauro teilgenommen. Bisher war ich nicht besonders sportlich und so war ich vor dieser Tour auch noch nie größere Fahrradtouren gefahren. Die Tour war für mich eine große Herausforderung und auch Anstrengung. Zum ersten mal in meinem Leben habe ich gemerkt, was es heißt, an seine Grenzen zu kommen und was Überwindung und Selbstdisziplin bedeutet. Und vor allem war ich nach dieser Tour wirklich stolz auf mich selbst und habe mich viel selbstbewusster gefühlt. Wenn ich jetzt an die Tour zurück denke, weiß ich, dass sie in mir die Freude am Sport geweckt hat, nicht nur am Radsport.
In der 12. Klasse nahm ich zum zweiten mal an der Tour de Lauro teil, diesmal als Begleiterin. Es war eine ganz neue Perspektive und eine weitere Herausforderung. Jetzt musste ich nicht nur mich selbst motivieren, sondern auch die SiebtklässlerInnen, ich fuhr nicht mehr irgendwo in der Gruppe sondern hatte hinten als Schlusslicht Verantwortung, dass die Gruppe zusammen blieb und dass der Vordermann Rückmeldung bekam.
Das Zusammenspiel mit den 26 weiteren BegleiterInnen und war genauso bereichernd wie die Erlebnisse mit den 70 SchülerInnen.
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